Abschied von einer Lebensaufgabe

Unterseiten Modul: 120

Gabriele Weber, Sorgenberaterin, Respektsperson und Managerin im Gildetreff der Aufbaugilde, hat sich in den Ruhestand verabschiedet.

Ein preisgünstiges warmes Mittagessen, eine Tasse Kaffee oder einfach die Gelegenheit, mit anderen Menschen zu plaudern – dafür gibt es seit 20 Jahren den Gildetreff der Aufbaugilde in Heilbronn. Wer wenig oder kein Geld hat, wohnungs- oder obdachlos ist, um den kümmerte sich über 15 Jahre lang Gabriele Weber mit ihrem Team von Ehrenamtlichen. Sie war Sorgenberaterin, Respektsperson und Managerin in einer Person. Jetzt wurde die langjährige Leiterin unserer Tagesstätte in den Ruhestand verabschiedet, mit Wehmut, Respekt und viel Beifall für ihren Einsatz.

„Sie haben den Gildetreff geprägt und ihn zu einer aus Heilbronn nicht mehr wegzudenkenden Institution gemacht“, sagte Aufbaugilde-Geschäftsführer Reiner Knoedler in seiner Rede zu Gabriele Weber. Er lobte ihre „glückliche Hand“ im Umgang mit den Besuchern des Gildetreffs und unterstrich ihr enormes Organisationstalent, das ihr dabei geholfen habe, die großen und kleinen Probleme des Alltags in der Einrichtung zu lösen. „Du hast deinen Gästen Würde, Verlässlichkeit, Selbstvertrauen, Wertschätzung und Hoffnung geschenkt“, fügte Bärbel Schulze, Leiterin der Wohnungslosen- und Suchtkrankenhilfe, hinzu. Die scheidende Gildetreff-Chefin hat Spuren hinterlassen, im Gildetreff und in den Herzen all derer, die mit ihr Wege gegangen sind.

„Es war eine sehr emotionale Arbeit, weil man viele Menschen über eine weite Strecke begleitet hat und ihre Hoffnungen, die Verzweiflung und die Niederlagen kennenlernte“, sagt Gabriele Weber selbst über ihre Jahre im Gildetreff. „Wir waren stets flexibel, haben immer wieder auf Herausforderungen reagiert, neue Wege und Möglichkeiten gesucht und beschritten. Für mich war diese Arbeit eine Lebensaufgabe.“

Begonnen hat das Ganze im Dezember 1993 mit der Aktion „Suppenküche in der Kilianskirche“. Für die „Stadtarmen“, wie sie damals bezeichnet wurden, gab es jeden Donnerstag einen Teller Suppe für 1,50 Mark. Der Andrang war so groß, dass die Aufbaugilde schon bald nach geeigneten Räumen für eine Tagesstätte mit täglichen Öffnungszeiten suchte, in der sich Bedürftige treffen konnten. Die Suche dauerte sechs lange Jahre, dann wurde der erste Gildetreff in der Heilbronner Wolfganggasse eröffnet. Vor vier Jahren zog er in das Gebäude Wilhelmstraße 26 um.

Ihrer Nachfolgerin Kim Rosner (38) wünscht Gabriele Weber „einen langen Atem, viel Weisheit,  Empathie und die Grundeinstellung, nicht alles, was auf einen einstürzt, persönlich zu nehmen“. Natürlich werden ihr die Arbeit und die Kontakte im Gildetreff fehlen, sagt sie. „Ich vermisse das jetzt schon.“

Die Aufbaugilde Heilbronn bedankt sich im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, im Namen unserer ehrenamtlichen Unterstützer*innen im Gildetreff und vor allem im Namen der zahlreichen Gildetreff-Gäste ganz herzlich für die tolle und intensive Zusammenarbeit. Alles Gute für die Zukunft Frau Weber, bleiben Sie uns gewogen und bleiben Sie gesund.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.