Geschichte

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Die Geschichte der Aufbaugilde beginnt 1948 mit der Gründung des Jugendgemeinschaftswerks der evangelischen Aufbaugilden auf Burg Stettenfels bei Heilbronn.

Jugendarbeit
Nachdem zunächst die Betreuung entlassener Kriegsteilnehmer im Vordergrund stand, änderte sich dies Anfang der 1950er Jahre. Immer mehr Jugendliche flüchteten aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) nach Westdeutschland und so waren es nun junge Menschen aus der neu gegründeten DDR (Deutsche Demokratische Republik), um die sich die Aufbaugilde kümmerte.
1951 bezog die Aufbaugilde Heilbronn zunächst ehemalige Barracken des Reichs-Arbeitsdienstes. Am Standort in der Heilbronner Innenstadt betreute sie bald über 200 junge Flüchtlinge gleichzeitig.
Um die Betreuung und Vermittlung von jungen Männern in die Landwirtschaft zu intensivieren wurden 1953 die Landgilden gegründet. Auf den steigenden Bedarf bei der Betreuung junger Mädchen reagierte die Aufbaugilde im selben Jahr mit dem Aufbau der Mädchengilden.

Mitte der 1950er Jahre strichen die meisten Kommunen ihre Subventionen für Notstandsarbeitsplätze; durch vermehrten Maschineneinsatz entfielen zudem wieder zahlreiche Arbeitsplätze in der Landwirtschaft. Um diesen Wegfall zu kompensieren verstärkte die Aufbaugilde die Zusammenarbeit mit Industrie, Handel und Gewerbe und vermittelte immer mehr junge Flüchtlinge aus der sowjetischen Besatzungszone zu Unternehmen aus diesen Bereichen. Bis zum Bau der innerdeutschen Grenzmauer 1961 wurden insgesamt über 5000 junge Menschen aufgenommen, versorgt und als Arbeitskräfte vermittelt.

Ab 1956 kamen auch Flüchtlinge aus Ungarn dazu und 1958 delegierte der Stadt- und Landkreis Heilbronn zusätzlich die Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen an die Aufbaugilde. In den 1960er Jahren baute die Aufbaugilde daher entsprechende Betreuungsangebote und Heime auf. Unter anderem entstand hier eines der ersten koedukativen Jugendheime mitten in einer deutschen Großstadt, in dem männliche und weibliche Jugendliche gemeinsam untergebracht waren. Die Anerkennung als Erziehungsheim erhielt die Aufbaugilde 1972.

Ende der 1970er Jahre verlagerte die Aufbaugilde ihren Hilfsschwerpunkt zur Arbeit mit wohnungslosen und obdachlosen Menschen im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Die Jugendgilde wurde daher Ende August 1979 aufgelöst.


Tätigkeitsbereiche ab 1979

Wohnungslosenhilfe

Bereits im Herbst 1978 hatte sich die Nichtseßhaftenhilfe Heilbronn e.V. gegründet. Hintergrund war, dass aufgrund der ersten Wirtschaftskrise nach dem zweiten Weltkrieg Menschen vermehrt ihre Wohnungen verloren und obdachlos wurden. Der Hilfsbedarf für diese Personengruppe wuchs in der Folge stetig an. Schon im September 1979 eröffnete eine erste Beratungsstelle, ein Aufnahmeheim und ein Eingliederungsheim. Bald zeigte sich jedoch, dass neben der Versorgung mit Wohnungen und der angebotenen Beratung auch großer Bedarf in den Bereichen Beschäftigung und Qualifizierung bestand.

Arbeitshilfeträger, Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote

Anfang der 1980er Jahre entwickelte die Aufbaugilde erste Arbeits- und Beschäftigungsangebote in den Bereichen Waldarbeit, Second-Hand, Holzbearbeitung und Handwerk.
Für Menschen mit geringer oder fehlender Qualifizierung sowie für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen verschlechterte sich der Arbeitsmarkt aber weiter. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und den Sozialhilfeträgern wurden daraufhin erste Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote für Langzeitarbeitslose aus der Region Heilbronn entwickelt und gestartet. Bis heute ist die Aufbaugilde in diesem Bereich tätig. Über ihre Unternehmenstochter Bildungspark Heilbronn-Franken bietet sie beispielsweise Arbeit, Ausbildung und Qualifizierungen in den Bereichen Garten- und Landschaftspflege, Gastronomie, Lager-Logistik, Metallwerkstatt, Montage, Schreinerei, Second-Hand-Kaufhaus und Textilpflege. Außerdem ist die Aufbaugilde Heilbronn gGmbH Dienstleister für Kommunen, Handwerk, Industrie und Privatpersonen.

Schuldner- und Insolvenzberatung

Da sich immer mehr Menschen ohne Arbeit und Einkommen hoch verschuldeten, begann die Aufbaugilde bereits 1983 mit der internen Schuldnerberatung für Klienten der Aufbaugilde.

Suchtkrankenhilfe

Als zum Jahrtausendwechsel der Betreuungsbedarf von Suchtkranken zunahm, startete die Aufbaugilde 2001 ihren Bereich Suchtkrankenhilfe und begann zwei Jahre später mit dem Bau des Lebenshauses in Weinsberg. Dort bietet sie seit 2005 Menschen mit langjähriger Suchterkrankung Wohnplätze mit Vollverpflegung, suchtspezifische Hilfen und Gruppen, tagesstrukturierende Angebote sowie Vermittlung in berufliche Maßnahmen und Arbeit.

Sprach- und Integrationsangebote, Berufsfach- und Sonderberufsfachschule

Seit 2006 führt die Aufbaugilde zahlreiche Sprach- und Integrationskurse mit anerkannten Abschlüssen über ihre Unternehmenstochter Bildungspark Heilbronn-Franken durch.

In der Susanne-Finkbeiner-Schule können dort seit 2014 Jugendliche auch ihren Haupt- und Realschulabschluss machen und sich beruflich orientieren. Ein sonderpädagogischer Förderbedarf wird dabei berücksichtigt.

Ziele

Ziel aller Hilfeangebote der Aufbaugilde ist die soziale Ausgrenzung aufzuhalten und alleinstehende wohnungs- und arbeitslose Menschen in die Gesellschaft und im Arbeitsmarkt einzugliedern. Hierzu werden fortlaufend Hilfen und Konzepte weiterentwickelt, die Öffentlichkeit aufmerksam gemacht und über die Hintergründe von Wohnungs- und Arbeitslosigkeit informiert.

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