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Pfarrer Treibers Gedanken in Zeiten der Corona-Krise - 15

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Darf man einen Menschen einen Drecksack nennen? Natürlich nicht. Ein Freund hat es dennoch getan, sogar in der Zeitung. Und er hat recht damit.

Der damalige Kreisleiter Drauz war ein Drecksack, der im April 1945 vor unserer Kirche einen Mann erschossen hat, der eine Panzersperre abbauen wollte. Die Leiche musste ein paar Tage dort liegen bleiben - zur Abschreckung. Ich muss immer daran denken, wenn ich über den Platz vor der Kirche gehe.

Wobei, irgendwie macht man sich auch viel zu viele Gedanken über die Täter, immer. Der alte Nazi kann uns heute ja egal sein. Möge er in der Hölle schmoren.
Denken wir jetzt 75 Jahre nach Kriegsende besser an die Opfer, an die, die unter den Nazis gelitten haben und ermordet wurden.

Und an die, die Deutschland befreit haben. Zu Beispiel an die 170 jungen Amerikaner, 20, 21 Jahre alt, die damals bei der Befreiung Heilbronns umkamen, und die Verwundeten. Eines der ersten Dinge, die die Amerikaner nach der Einnahme Sontheims getan haben, war übrigens, am 15. April um 11 Uhr, wie es im Amtskalender meines Vorgängers heißt, einen Standortgottesdienst in der Matthäuskirche zu halten. Es war uns eine Ehre.

Das Video mit Pfarrer Treiber finden Sie hier.

Weitere Gedanken von Pfarrer Treiber finden Sie hier

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