Foto: Matthias Treiber

Pfarrer Treibers Gedanken in Zeiten der Corona-Krise 5

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Nur wenige Kilometer von Heilbronn entfernt liegt Lauffen am Neckar. Ein Katzensprung, oder besser gesagt 20 Minuten mit dem Fahrrad.

Richtig verboten ist Radfahren ja gerade nicht, aber allein macht es auch keinen Spaß. In Lauffen wurde vor 250 Jahren Friedrich Hölderlin geboren. Ein Dichter, ein bisschen schräg vielleicht, würde man heute sagen. Das Denkmal im Kreisverkehr in Lauffen zu seinen Ehren deutet jedenfalls darauf hin.

Ein Satz von ihm wird gerade dauern zitiert: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“ Das klingt ziemlich passend. Wir hoffen, dass unser nachbarschaftlicher Zusammenhalt wächst und hoffentlich auch die wissenschaftliche Erkenntnis über das Corona-Virus. Ich hoffe, dass daher Hilfe kommt.

Hölderlin hat aber etwas anderes gemeint, das Zitat heißt nämlich ganz: „Nah ist und schwer zu fassen der Gott. Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“

Ich verstehe das so, dass wir den Gang der Welt oft nicht verstehen, warum vieles schwierig ist, manches leidvoll, und warum unser Leben immer gefährdet ist. Gott wirkt da ziemlich fern, so als gäbe es ihn nicht. Aber ganz im Verborgenen wirkt er. Wächst das Rettende. Das wir nicht sehen, manchmal nicht erkennen. Und das manchmal ganz anders kommt, als erwartet und erhofft. In aller Gefahr und Angst und Unsicherheit muss man das Rettende wachsen lassen. Das gilt übrigens auch in der Wissenschaft. Viele Erkenntnisse hat man ganz unerwartet gewonnen. Zum Beispiel dass ein Malaria-Mittel gegen das Corona-Virus wirkt. „Der“ Gott Hölderlins wäre uns dann ganz nahe.

Bleiben Sie behütet heute.

Das Video mit Pfarrer Treiber finden Sie hier.

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