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Mietobergrenze – Chance oder Utopie?

Fehlende Wohnungen, hohe Mietpreise und die Konsequenzen. In der Nikolaikirche ging's am Freitag um ein heißes Thema, das leider immer mehr Menschen in der Stadt und Region betrifft.


Foto: Aufbaugilde



Pfarrer Matthias Marschall schilderte zunächst eindrücklich wie die Wohnungsnot in der Kirche ankommt, wenn immer weniger Menschen die steigenden Mieten stemmen können, ihre Wohnungen verlieren und verzweifeln. "Eine verheerende Situation", so Pfarrer Marschall und Hannes Finkbeiner, Geschäftsführer der Aufbaugilde, bestätigte die Lage, denn auch bei der Wohnungslosenhilfe und beim Erfrierungsschutz der Aufbaugilde ist der hohe Druck auf den Wohnungsmarkt deutlich spürbar.

Doch lässt sich daran überhaupt etwas ändern? Um Antworten zu geben und mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen war Dr. Andrej Holm zu Gast, Berliner Sozialwissenschaftler mit den Themenschwerpunkten Stadterneuerung, Gentrifizierung und Wohnungspolitik

Der ehemalige Staatssekretär im Bereich Stadtentwicklung und Wohnen in Berlin zeigte, dass die Mietbelastungsquote die entscheidende Zahl für die Wohnungskrise sei, also der Anteil am Haushaltsnettoeinkommen, der für die Kaltmiete aufgebracht werden muss. Je höher das Einkommen, um so geringer ist normalerweise die Belastung durch die Miete und umgekehrt. Maximal 30 Prozent des monatlichen Einkommens sollten für die Miete aufgewendet werden, so eine gängige Rechnung. Doch die geht immer seltener auf, denn mittlerweile liegen die Wohnkosten bei manchen Haushalten schon bei weit über 50 Prozent des verfügbaren Einkommens. In Heilbronn liegt die durchschnittliche Mietbelastungsquote bereits bei 28 Prozent. Was also tun? Laut Dr. Andrej Holm gibt es in Heilbronn nicht nur zu wenig Wohnungen, die verfügbaren sind außerdem zu teuer. Der Wissenschaftler sieht einen Bedarf von über 8500 Wohnungen und betont, dass vor allem günstige und kleinere Einheiten wichtig wären, also Ein- und Zweizimmerwohnungen.
Andrej Holm sieht daher mehrere Herausforderungen. Aus seiner Sicht bedeutet Mieterschutz auch Mietpreisschutz und bei hohen Mietbelastungen sollten Mietsteigerungen eingeschränkt werden. Außerdem sollte günstiger Wohnraum besser verteilt werden und bei einem Wohnungstausch – große Wohnung gegen kleine und umgekehrt – der Eintritt in einen alten Mietvertrag ohne Mieterhöhung möglich sein. Einen Vorteil hätte es auch, wenn sich die Mietkosten an den Einkommen orientieren würden. Wer wenig verdient, müsste dann weniger zahlen. Ganz entscheidend ist aber die Stadt, denn bezahlbares Wohnen funktioniert nur mit gemeinnützigen Wohnungsbeständen, so Dr. Andrej Holm. Intensive  Diskussionen, ein musikalisches Rahmenprogramm und ein gemeinsames Essen rundeten das Mittagsgespräch in der Nikolaikirche bestens ab.

Die Präsentation von Dr. Andrej Holm finden Sie hier.

Die Präsentation des Aufbaugilde-Geschäftsführers Hannes Finkbeiner finden Sie hier.


Foto:Aufbaugilde

 

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